Alysha Lahner.
beneath the guise – a diagrammatology
MUR BRUT 36
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© Alysha Lahner, 2025
12.09. – 30.11.2025
Eröffnung: 11.09.2025, 18 Uhr
Alysha Lahners Installation verbindet technische Systeme mit psychogeografischen Räumen und legt darin verborgene emotionale Schichten frei. Ausgangspunkt ist die Tiefgarage der Kunsthalle – ein ökonomisierter Transitraum, der als Abstellort für Fahrzeuge nüchtern wirkt, zugleich aber als labyrinthartiger, anonymer und bedrohlicher Angstraum erfahren werden kann. In ihrer Rationalität bündelt die Architektur Vorstellungen von Klarheit und Kontrolle, während im Erleben Unsicherheit, Bedrohung und Verletzlichkeit spürbar werden – insbesondere für weiblich gelesene Personen.
Diese Ambivalenz übersetzt Lahner in eine visuelle Struktur, die Grundrisse, Schaltpläne und eine reale elektronische Schaltung miteinander verschränkt. Auf Plexiglas entsteht eine komplexe Grafik, in der sich Begriffe, Definitionen und Textauszüge über Wahrnehmung und Trauma mit schematischen Elementen und einem Schaltungsaufbau aus Sensoren und LEDs verbinden.
Licht spielt dabei eine zentrale Rolle: Scheinwerfer lösen Sensoren aus, die LEDs aktivieren, sodass Reflexion als doppeltes Prinzip erfahrbar wird – als Denkbewegung wie auch als physisches Phänomen, das den Raum neu strukturiert. Die Arbeit entzieht sich der Klarheit, die Karten versprechen, und erzeugt Brüche, Fragmentierungen und das Gefühl, sich in einer dichten Struktur zu verlieren. Signallichter markieren Momente der Orientierung, ohne Sicherheit zu geben, und machen sichtbar, wie eng Räume, Körper und kollektive Erfahrung ineinandergreifen.
Eingeladen von Fiona Pauline Borowski
Alysha Lahner absolvierte 2024 seinen Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf und studierte bei Franka Hörnschemeyer und John Morgan.
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